Netflix ist klarer Streaming-Marktführer mit starkem Abo-Modell, hoher Profitabilität und neuen Wachstumshebeln wie Werbung, Live-Sport und Games. Nach dem starken Kursrückgang wirkt die Aktie deutlich unterbewertet, obwohl Netflix grundsätzlich weiterhin ein höher bewerteter Wachstumswert bleibt. Qualitativ überzeugt Netflix mit starken Margen, hoher Kapitalrendite, guter Bilanz und viel freiem Cashflow, der vor allem in Aktienrückkäufe fließt. Der scheinbar schwächere Burggraben kann eher als Rückblick auf frühere Investitionsjahre erklärt werden. Fazit: Netflix erscheint wie eine Cashmaschine zu einem attraktiveren Preis – die zentrale Frage bleibt aber, ob das Unternehmen seinen Vorsprung im harten Streaming-Wettbewerb halten kann.
Intuitive Surgical ist ein sehr hochwertiges Unternehmen mit quasi Monopolstellung bei OP-Robotern: Das Da-Vinci-System sorgt über Instrumente und Wartung für viele wiederkehrende Umsätze. Nach dem deutlichen Kursrückgang ist die Aktie erstmals seit Jahren wieder fair bewertet, aber noch kein echtes Schnäppchen. Die Qualität ist stark: keine Schulden, hohe Margen und ein tiefer Burggraben, wobei die Konkurrenz durch Medtronic und Johnson & Johnson das zentrale Risiko bleibt. Fazit: Wer glaubt, dass Intuitive Surgical seine starke Marktstellung verteidigen kann, bekommt hier ein Weltklasseunternehmen zu einem fairen Preis.
Zoetis ist eine stark gefallene, inzwischen deutlich günstiger bewertete Aktie aus dem Gesundheitsbereich: Der Kurs ist auf ein Niveau zurückgekommen, das zuletzt Jahre zuvor zu sehen war, während die Gewinne inzwischen deutlich höher liegen. Positiv hervorzuheben ist die hohe operative Marge, eine starke Kapitalrendite und eine attraktive Dividendenentwicklung. Das Umsatzwachstum ist dagegen eher niedrig. Die Verschuldung wirkt auf den ersten Blick erhöht, wird aber durch den starken freien Cashflow relativiert, da die Nettoschulden theoretisch in rund drei Jahren zurückgezahlt werden könnten. Fazit: Trotz Risiken rund um einzelne Tiermedikamente erscheint Zoetis fundamental solide und nach dem Kursrückgang bewertungstechnisch wieder interessant, sofern die Analystenschätzungen eintreffen.
In diesem Video werden vier große Konsumgüterkonzerne (Procter & Gamble, Unilever, Colgate-Palmolive und Henkel) anhand einer Bewertungsmatrix bezüglich Bewertung und Qualität verglichen. Dabei wirkt Henkel am ehesten unterbewertet, während Procter & Gamble und Unilever eher nahe am „fairen“ Bereich liegen; Colgate erscheint im Vergleich am teuersten. Alle vier Unternehmen verfügen über defensive Markenportfolios und stabile Cashflows, aber unterscheiden sich im Wachstum, der Verschuldung und der Dividendenattraktivität. Fazit: Für einen Einstieg kommen vor allem die aktuell günstiger bewerteten Titel infrage, trotzdem sollte man wegen der unterschiedlichen Risiken (z. B. Schulden, Wachstum) weiter recherchieren.
Mastercard wird als „asset-light“ Zahlungsnetzwerk beschrieben, das wirtschaftlich eher wie ein Tech-Unternehmen funktioniert: hoch skalierbar, sehr margenstark und Profiteur des Trends zu digitalen Zahlungen. Nach der Korrektur wirkt die Aktie im Verhältnis zu Gewinnwachstum und historischer Bewertung deutlich attraktiver als zuvor, auch wenn sie traditionell oft mit einem Aufschlag gehandelt wurde. Qualitativ überzeugt Mastercard vor allem durch starke Margen, hohe Kapitalrenditen und viel freien Cashflow, der in Aktienrückkäufe und (kleine, aber steigende) Dividenden fließt. Unterm Strich: ein sehr hochwertiges Unternehmen, bei dem die aktuelle Schwäche eher wie eine seltenere Chance wirkt – vorausgesetzt, das prognostizierte Wachstum hält.
Im zweiten Teil der SaaS-Serie werden Intuit, Shopify, CrowdStrike und Datadog verglichen: Intuit wirkt nach der starken Korrektur am „saubersten“ bewertet, mit soliden Gewinnen, Dividendenwachstum und insgesamt hoher Qualität. Shopify, CrowdStrike und Datadog haben zwar hohes Wachstum und teils starke Cash-/Liquiditätspositionen, bleiben aber aus Sicht der Fundamentaldaten sehr hoch bewertet. Bei diesen drei hängt viel davon ab, ob der Markt weiterhin bereit ist, die hohen Bewertungsaufschläge wie in der Vergangenheit zu zahlen – sonst droht weiteres Korrekturpotenzial.